Wahlprogramm zur Bürgermeisterwahl

03.03.16 von Thomas Michel

Die grüne Alternative

EIN BÜRGERMEISTER FÜR ALLE STAHNSDORFER

 

  1. Kommunikation statt Konfrontation in der Gemeindearbeit

    Es ist ein besonderes Ziel von Thomas Michel als Bürgermeister, im Interesse der Bürgerschaft von Stahnsdorf vermittelnd zwischen den verschiedenen Parteien und Gruppen der Gemeindevertretung zu wirken. Das oberste Ziel für die politische Arbeit soll es sein, Probleme zu lösen, den Alltag der Menschen in der Gemeinde gut zu organisieren und auch die Verwaltung handlungsfähig zu machen. Diesem Ziel soll auch die Leitbilddiskussion dienen. 

  2. So viel Bürgerbeteiligung wie möglich

    Bürgerbeteiligung und Transparenz ist für einen grünen Bürgermeister eine Herzensange-legenheit. Politik muss das Gespräch und die Vielfältigkeit der Meinungen aus der Bürgerschaft aushalten. Thomas Michel als Bürgermeister wird bestehende Mitsprachemöglichkeiten weiter fördern und auch neue Möglichkeiten(Internetforen, Bürgersprechstunden in Vereinen oder Bürgergruppen vor Ort) schaffen/zulassen.

  3. Gemeindeverwaltung neu strukturieren und festigen

    Acht Jahre Bernd Albers, acht Jahre Gerhard Enser. So unterschiedlich die Charaktere dieser Bürgermeister waren, gleich ist ihnen, dass die Verwaltung nicht ihre Möglichkeiten ausschöpfen konnte, weil sie entweder gleichgeschaltet wurde, oder auch ungeordnet und chaotisch geführt wurde. Teile der Verwaltung sind unterbeschäftigt, während andere ständig überfordert sind. Meine Devise ist: Die Verwaltung muss bei guter innerer Struktur Gesetze, Verordnungen und Satzungen vollziehen und maßgeblich für die Bürger da sein. Die Verwaltung muss auch in der Lage sein, strategische Entwicklungen zu begleiten und soll attraktiv sein als Arbeitgeber.

  4. Erholungs- und Naturräume sichern in der Flächennutzungsplanung

    Die Flächenpotenziale in Stahnsdorf bewirken unter Maklern regelrecht eine „Goldgräber-stimmung“. Das kann aus Sicht von Thomas Michel als Bürgermeister einer nachhaltigen Gemeinde nicht das Entwicklungsziel sein. Mein Credo ist hier: Erst in breiter (Leitbild-) Diskussion festlegen, welche Freiräume und Grünzüge wir für Mensch und Tier sichern(und vielleicht auch wieder herstellen) wollen. Wenn dies klar ist, kann unter Nachhaltigkeits-aspekten über die eine oder andere Baufläche als Rest nachgedacht werden. Mein Zauberwort heißt: Stahnsdorf im Ganzen!

  5. Die Identität von Stahnsdorf mit seinen Siedlungen schärfen

    Stahnsdorf hat sich 25 Jahre lang nach der Wende keine Gedanken über seine Ortsgestalt gemacht. Es war besonders wichtig, neue Bewohner zu bekommen und ein übergroßes Gewerbegebiet zu entwickeln. Heute beklagen aber viele (auch neue) Einwohner, dass die Gemeinde kein wirkliches Zentrum ausgebildet hat und bei Neubauten oft Gesichtslosigkeit herrscht und zudem viel Grün verloren geht. Aus diesem Missstand haben sich bereits zwei Agendagruppen gebildet.

    Mein Ziel ist es, schrittweise je Quartier einen „Kiezcharakter“ aus zu bilden, diesen mit der Bürgerschaft zu diskutieren und dann auch behutsam festzuschreiben mit geeigneten Mitteln. Am weitesten ist die Diskussion hierzu in Kienwerder gediehen. Diese Erfahrungen gilt es, zu nutzen.

  6. Dorfmitte als Kern der Gemeindeentwicklung stärken

    Die Ländlichkeit der Dorfmitte ist das Alleinstellungsmerkmal von Stahnsdorf gegenüber Teltow und Kleinmachnow. Dies will ich fördern. Der bereits in der Arbeitsgruppe Dorfmitte definierte Dorfmittebereich vom Dorfplatz bis zur Waldschänke soll als kulturelles und versorgungstechnisches Zentrum der Gemeinde für die Identitätsbildung und –verstärkung weiter entwickelt werden. Unabhängig davon möchte ich die ländlichen Traditionen in allen Ortsteilen befördern.

  7. Bahnanbindung für eine zukunftsfähige Gemeinde schaffen

    Wenn Stahnsdorf selbst bei Erhalt seines ländlichen Grundcharakters ein Entwicklungs-potenzial auf 18.000 Einwohner schon aus dem geltenden Flächennutzungsplan hat, heißt das für mich als Bürgermeister, alles zu unternehmen, damit in den Entscheidungsebenen von Kreis und Land die Möglichkeit für unsere Gemeinde reell eröffnet wird, eine Bahnanbindung herzustellen. Dabei ist entweder eine S-Bahnanbindung mit zwei Bahnhofsstandorten denkbar oder eine solche mit einem zentraleren S-Bahn-Halt und einer regionalen Mehrsystembahn-lösung bis etwa zur Schleuse. Sonstige Verkehrsinfrastruktur an Fußgängern, Radfahrern und am Siedlungsgefüge soll sich nachhaltig an dem Inklusionsprinzip orientieren. Zukunftswei-sende Entwicklungen dürfen nicht verschlafen werden; ich setze mich für E-Tankstellen, mehr und sichere Fahrradstellplätze und gute Radfahrtrassen ein.

  8. Sozialen und seniorengerechten Wohnungsbau aktiv betreiben

    Stahnsdorf hat ein demografisches Problem. Häufig ziehen die Jugendlichen zur Ausbildung oder auch die jungen Erwachsenen in der Phase der Berufsfindung aus Stahnsdorf weg in die prosperierenden und pulsierenden Städte Berlin, Potsdam, Leipzig und natürlich Städte wie München oder Hamburg profitieren davon. Das hat neben den kulturellen und Arbeitsangeboten sowie der fehlenden Bahnanbindung auch damit zu tun, dass sich Stahnsdorf in den letzten gut 20 Jahren besonders darauf konzentriert hat, Flächen für Einfamilienhausbau zu generieren. Als Mitte 30jährige bis 50jährige kommen viele Menschen dann zu uns(zurück), die dann Eigentum erwerben können. Wenig Platz ist aber für Geringverdiener, Alleinerziehende, Singles, teilweise Familien und auch Senioren. Das muss nachhaltige Wohnungsbauentwicklung aber abdecken. Deshalb will ich alle Möglichkeiten des besonderen Städtebaurechts nutzen, um preisgünstigen Wohnraum, der zudem auch barrierefrei sein soll, für dieses Klientel zu schaffen.

  9. Mittelständisches Gewerbe stärken; Tourismus beleben

    Stahnsdorf hat große Flächen für gewerbliche Ansiedlungen entwickelt, ohne dass hierfür kurzfristig ein entsprechender Bedarf vorhanden war. Eine objektive Wirtschaftsförderung hat aber in den 20 Jahren nicht wirklich funktioniert. Selbst die Zusammenarbeit mit der kreislichen Wirtschaftsförderung war in den letzten acht Jahren verschwindend gering. Das möchte ich ändern. Gezielte Förderung von Neu- und Umsiedlungen von Gewerbestandorten schafft für die Firmen Entwicklungsspielräume und für neue Siedlungsstrukturansätze mehr Möglichkeiten. Zudem möchte ich Stahnsdorf auch als Tourismusstandort wirksam werden lassen. Es ist ein Tor nach Potsdam und Berlin mit ländlich geprägten Perlen wie Sputendorf und Schenkenhorst im Hinterland. Radrouten gilt es genauer zu führen und bekannt zu machen im Teltow-Raum bis nach Nuthetal zum Anschluss an das übrige Reisegebiet „Fläming“.

  10. nachhaltige Haushaltsplanung

    Den Gemeindehaushalt zukunftsfähig zu bewirtschaften, heißt für mich, notwendige Investitionen zu tätigen, ohne aber ein vorhandenes Finanzpolster zu Gunsten kurzfristiger Wahlkampferfolge zu opfern. Wie schwierig ein vernünftiges Gemeindeleben in Zeiten übermäßiger Kreditbelastungen ist, konnte Stahnsdorf in den 90er bis 2000er Jahren erfahren, als die Gemeinde übergroße Gewerbeflächen per Kredit entwickelte. Wir hatten Glück, dass steigende Einwohnerzahl und eine schrittweise Vermarktung des Gewerbegebietes auch steuerliche Mehreinnahmen herbeiführte. Eine schrittweise Entwicklung hätte hier der Gemeinde vieles ersparen können. Diesen Weitblick möchte ich in die gemeindliche Finanzarbeit einpflanzen.

  11. Natur- und Umwelt bewahren

    Wie bereits unter 4. angedeutet, muss eine aufstrebende Entwicklung der Gemeinde nicht im Widerspruch stehen mit den Anforderungen, die der Umweltschutz an diese stellt. Es gilt aber, schutzwürdige Gemeindegebiete wie Wald, Naherholungsgebiete oder auch auflockernde Gebüschgruppen im Wechsel zu bewahren, den Schutz der Bäume weiter zu tragen und Mensch wie auch Tier gute Lebensbedingungen zu bewahren. So ist es klar, dass ich als Bürgermeister sowohl den Kampf um die Höhenbegrenzung von Windkraftanlagen genauso unterstütze wie Bemühungen um ein nachhaltiges Energiekonzept, Waldsäume an Verkehrstrassen oder Ansätze für eine Wildbrücke über die L 40n.

  12. Regionale Zusammenarbeit stärken auch mit Landkreis

    Bahnanbindung, sozialer und barrierefreier Wohnungsbau, Sicherung von Grünverbindungen, Schwimmhalle, Einzelhandelskonzept, Teil des Regionalen Wachstumskerns, kulturelle Großprojekte, Mehrzweckhalle, gemeinsamer Bauhof, Feuerwehr… Alle diese wie weitere Projekte werden in unserer Region TKS diskutiert. Die Abstimmung der jeweiligen Ortsentwicklung mit den Nachbarkommunen hat uns letztlich viel gebracht. Die Rolle von Stahnsdorf könnte aber noch viel progressiver sein, wenn wir uns nicht nur irgendwie sondern aktiv in die Diskussionen einbringen. Zusammenarbeit in der Region aber auch mit Landkreis und Land müssen verstetigt werden. Das will ich leisten, um Stahnsdorf als gleichwertigen Bestandteil im TKS-Verbund zu entwickeln.

 Stand 3.3.2016

 

Erreicht haben wir durch Grün bisher:

  • Bau des Gymnasiums Stahnsdorf
  • Diskussion zur Ortsmitte von Stahnsdorf und dessen Identität
  • Baumschutzsatzung
  • stärkere Bürgerbeteiligung(Agendabewegung aus vielen Vorläufern, Regelung bei Straßenbau durch Anliegervotum)
  • Nachhaken bei brisanten Fragen: Stasi in der GV?, Katastrophenschutz in Bezug auf Reaktor Wannsee, Hundeauslauf und (Wild-)Tierschutz
  • Anschieben von Problemlösungen(Eselthematik, Wildbrücke, Lärmschutz an L 40n durch begrünte Wälle, Sicherung des Ruderclubs)
  • Vorstöße zu besserer ÖPNV- und SPNV-Erreichbarkeit von Stahnsdorf
  • Vorstoß für ein regionales Einzelhandelskonzept
  • Kampf um Sicherung des Schutzwaldes zur L 40n und ehem. L 76 usw.

 

Kategorie

Bürgermeisterwahl